Aufwachen Zahntechniker!
Zahntechniker sind abhängig vom Zahnarzt.
So konnten Zahntechniker selbst in besten Zeiten nie eine eigene Berufsgenossenschaft gründen, Preise durchsetzen, Ihre Leistungen so verkaufen, wie auch andere Handwerker es tun. Somit waren sie immer in einer schwachen Ausgangslage. Aus Angst, den Zahnarzt zu ärgern, sprich zu verlieren.
Heute erlebe ich nach 700 Laborkursen ein ähnliches Szenario. Der Goldpreis ist immens hoch und Zahnärzte und Zahntechniker stöhnen, weil sie jetzt NEM Teleskope machen müssen. Sie stöhnen, weil die Ergebnisse unbefriedigend sind.
Labore, die über NEM schimpfen, packen das Übel aber nicht an ihrer Ursache an und behandeln NEM Teleskope schlichtweg falsch. Vielleicht erhöhen sie einfach nur die Liquidkonzentration, nur reicht das leider bei weitem nicht, um goldähnliche Ergebnisse zu erzielen.
Woher sollen sie es denn auch wissen? Frisch gebackene Zahntechnikermeister sagen mir, dass es auf keiner Meisterschule gelehrt wird, wie NEM im Teleskopbereich richtig verarbeitet wird. "Die wissen es ja auch nicht", höre ich dann oft. Also wird munter weiter experimentiert. Mit Pattern, Lichthärte-Kunststoffen und Billig-Silikonen werden NEM Teleskope zum puren Glücksspiel. Da hätte ich auch keinen Spaß dran.
Und was passiert jetzt? Der Zahntechniker verarbeitet günstigere Silber-Legierungen, verkauft es aber als NEM, um den Zahnarzt als Kunden nicht zu verlieren.
Die Preise für zahntechnische Leistungen hinken sowieso schon mit -30% hinter anderen Berufen hinterher. Und jetzt wird wieder draufgezahlt. Ganz zu schweigen von der Qualität besagter reduzierter Legierungen. NEM steht ganz oben, was die Biokompatibilität angeht. Daran ist nichts mehr zu rütteln.
Eines steht jedoch fest, auch wenn es so manche Glaubenssätze erschüttert:
Mit Gold ist heute kein Geld mehr zu verdienen. Zahntechniker verdienen an der
Leistung und nicht am Gold-Rabatt. Auch höre ich oft den Satz: Bei uns besteht zum Glück noch wenig Nachfrage nach NEM. Nachfrage nach irgendetwas bestimmt immer der Unternehmer und ich finde es sehr gefährlich, etwas nicht im Angebot zu haben, was absolut im Trend liegt.
Geld in der Zahntechnik wird in Zukunft mit NEM, Zirkon und CAD/CAM verdient.
Nehmen wir ein einfaches Beispiel anhand einer abnehmbaren teleskopierenden Brücke mit 7 Teleskopen, 3 Brückengliedern und 4 E-Zähnen:
Wir vergleichen die Arbeit zwischen einer NEM und einer Gold- oder Galvanoarbeit unter Berücksichtigung folgender Kriterien:
Preis / Ästhetik / Biokompatibilität / Herstellungszeit / Funktion
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Material |
NEM/EMF Leg- |
Gold/Galvano/Silber-Leg. |
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Preis Legierung |
15 € (Einsatz)
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1.000 – 2.500 € je nach Leg. |
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Bio |
EineLegierung |
Galvanische Elemente durch verschiedene Legierungen, ggf. sogar Lot. |
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Zeit |
Ein Guss, Eine Modellation, EInstückguss, Einen Tag schneller fertig
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Fast doppelte Arbeitszeit, gerade mit Pattern auch lange Rüstzeiten |
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Ästhetik |
Viel graziler im Käppchenbereich
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Gerade bei Galvano sehr klobige Gestaltung auf Kosten der Ästhetik |
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Funktion |
Grazile Gestaltung durch Einstückguss. Mehr Platz zum Gegenbiss
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Dicke Verbinder bei klassischen Arbeiten zwischen Sek/MoGu |
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